15: Zürichs Ausländer – Die Serie

Dear Swiss people,

Es sieht ganz so aus, als gäbe es beim Tagi jetzt eine ganze Artikelserie zum Thema „Zürich, deine Ausländer“. Natürlich unter der charmanten Leitung unseres Datenblog-Freundes und Hobby-Ethnologen Ivo, äh Iwan!

Schauen wir doch mal, um welches kuriose Völkchen es in dieser ersten Ausgabe geht:

ähm....

ähm….

Schon in der Überschrift erfahren wir von drei Eigenschaften des monolithischen Stammes der Portugiesen; sie sind fleissig, unauffällig und nicht so gebildet. Mit dem Gestus des kolonialen Feldforschers und der entsprechenden Wortwahl beginnt Städler seine Abhandlung:

Portugiesische Diaspora

Stilgerecht steigt man mit einer authentischen Redensart ein. Bekannterweise ist die Sprache der beste Zugang zum Verständnis einer Kultur. Beispielsweise sagt die Tatsache, dass die Inuit über 100 Wörter für Schnee haben, eine ganze Menge aus. Hauptsächlich, dass es völliger Unsinn ist und Anthropologen halt keine Linguisten sind, aber immerhin. Viel tiefer hingegen lässt die Wahl des Begriffs „Diaspora“ blicken. Traditionellerweise ein Ausdruck, der auf eine unfreiwillige Migration und ein Leben unter Andersdenkenden hinweist. Herr Städler verliert also keine Zeit, die Fremdheit des Portugiesens an und für sich festzustellen.

Fleissige Arbeiter

Was für reizende Leute; so fleissig und genügsam. Der geneigte Leser mag sich wundern, woher denn der Verfasser seine Informationen über das Wesen der Leute hat, aber mit solchen wissenschaftlichen Nebensächlichkeiten hält sich der gute Mann nun wirklich nicht auf. Ausser natürlich, um fünf Jahre alte Erhebungen vorzubringen.

SEM Portugiesen

Es scheint, als wüsste aktuell eh kaum einer wirklich so genau Bescheid über die portugiesischen Sitten und Gebräuche. Zumindest, wenn man der Quartiervereinpräsidentin von Aussershil-Hard glauben mag:

Quartiervereinspräsidentin

Absolut korrektes anthropologisches Vorgehen: Bloss nicht mit dem Stamm interagieren! Sonst verfälscht man noch die Ergebnisse. Im weiteren Verlauf des des Artikels erfährt man allerlei Seltsames über die kulturellen und religiösen Gebräuche der Portugiesen. Zum Beispiel mögen sie die exotische Sportart des „Futebol“ (kein Scherz, das steht da so) und verehren wohl die einheimischen Gottheiten:

Einsiedeln

Ich könnte mich an diesen ethnographischen Ausführungen noch stundenlang ergötzen, aber ich denke, die Fortsetzungen werden mir noch genügend Material liefern. Es fing jedenfalls schon einmal vielversprechend an: Man konnte viel über das fremde Volk lernen, ohne sich unangenehme Gedanken über den Anteil der Schweiz(er) an der Misere machen zu müssen oder einmal zu hinterfragen, aus welchen Gründen die Portugiesen ihr Land so zahlreich verlassen. Ganz im Sinne von Herrn Städler möchte auch ich mich der einheimischen Sprache bedienen, um dieses kulturelle Phänomen verständlich zu machen. Und natülich um angemessen tiefgründig zu wirken:

Wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen. (Max Frisch)

Bis zur nächsten Folge von „Ausländer – What are they up to now?“!

ein Kommentar

  1. […] watson hält sich für einen Mix aus Buzzfeed und vice (schön wär’s), der Tagi ist eindeutig vom Teufel besessen und der Rest, ach, der Rest… Aber auf die gute alte NZZ, […]

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