16: Asyl im Ausland (1. K.I.f.f.E.R.-Award)

Dear Swiss people,

Eins muss man den Rechten ja lassen; sie sind unglaublich einfallsreich. Was die immer für Ideen haben! Ich rede von der Art von Idee, die einen Normalsterblichen dazu bringen zu fragen: Was um alles in der Welt haben die denn geraucht? Diese Phantasie sollte meiner Meinung auch entsprechend gewürdigt werden. Deshalb etabliere ich hier ab sofort die K.I.f.f.E.R.-Awards für Kreativität und Ideenreichtum in faschistischer und fremdenfeindlicher Etablierung von Rechtsradikalität.

Diese Woche geht’s in der Serie „Die Schweiz und ihr Kampf gegen die Menschenrechte“ um das Thema Asyl. Der erste K.I.f.f.E.R.-Preis geht daher an die Aargauer SVP, spezifisch an ihren Nationalrat Luzi Stamm für den Beitrag zur Reformation des Asylwesens. Die Idee lautet wie folgt: Da niemand Asylzentren vor der eigenen Haustür haben will, warum sollte man die Aufnahme der Flüchtlinge nicht outsourcen? Und weil die SVP ja bekanntweise lieber regional als global denkt, haben sie den richtigen Standort für die Zenter auch schon gefunden: Direkt in den Krisenregionen. Zum Beispiel etwa in der Türkei oder in Jordanien:

Klingt so, als sollte Frau Sommaruga dankbar sein, die 3000 Flüchtlinge nicht direkt selber aufnehmen zu müssen. Wo sie schon ganz alleine die bekloppte Idee hatte.

Ganz von selbst ist die SVP auf diesen Vorschlag wohl aber nicht gekommen. Inspiriert sei das Ganze von Australien, heisst es in Artikeln über den Vorstoss. Auch die Australier unterhalten schliesslich Flüchtlingslager im Ausland. Etwa in Indonesien oder auf anderen pazifischen Inseln, sowie auf der zu Australien gehörenden Weihnachtsinsel. Die Originalität der SVP liegt also nicht in der Idee der Auslagerung, sondern darin, dass sie anscheinend die Berichterstattung über den globalen Aufschrei über die Unwürdigkeit der Australischen Methoden als Inspiration werten und zweitens deren Ansatz noch überbieten, indem sie ihre Zentren direkt in die Krisenregionen verlegen wollen anstatt „nur“ ausserhalb der eigenen Grenzen.

Warum eigentlich nicht. Sollen sich die Nachbarländer drum kümmern! Die haben ja sicherlich genug Ressourcen. Schliesslich wurden in der Türkei bisher lächerliche 258.200 und in Jordanien nur 340.524 syrische Flüchtlinge aufgenommen worden.  Und weil da sicher noch viel mehr drin liegt, dachte sich die SVP, wenn man denen etwas Geld zum Bau von Infrastuktur gibt, müssen die Flüchtlinge ja nicht uuuunbedingt Schweizer Boden betreten.

Keine Einbürgerung für Asylbewerber

Man stelle sich nur vor, diese Flüchtlinge wollten sich auch noch assimilieren! Um so etwas Grauenhaftes zu verhindern, ist der gütige Herr Stamm gerne bereit, auf die Möglichkeit einer späteren Einbürgerung zu verzichten. Wie nett von ihm. Am besten lässt sich die Widerwärtigkeit der ganzen Sache durch Stamms eigene (wenn auch eingedeutschte) unverschämte Worten zum Ausdruck bringen:

Aus dem Beitrag von Tele M1:

Schutz geben wir dir zwar, aber wenn du auswanderst aus Syrien, dann muss du in den Lagern drin bleiben.

Gratuliere liebe Aargauer SVP! Diesen Preis habt ihr euch wirklich verdient.

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